Am vergangenen Sonntag, dem 25.01.2026, gingen die ersten drei von vier Verbandsbereichsmannschaftsmeisterschaften (VBMM) der Jugend und Mädchen der Altersklassen 13, 15 und 19 im „Final-Four“-Format über die Bühne. Dabei standen die Bezirksmeisterinnen und Bezirksmeister an den Tischen. Gespielt wurde „Jeder gegen jeden“, und die Mannschaft, die am Ende auf Platz eins der Tabelle stand, löste das Ticket für das bayerische Final Four.
Dieses Ziel verfolgte auch der Laufer SV in der Klasse Jungen 19 am Austragungsort Coburg. Da bei den Bayerischen Meisterschaften mit vier Spielern gespielt werden muss, bei den VBMM jedoch noch im Braunschweiger System (3 gegen 3 oder 4 gegen 3 oder 4 gegen 4) angetreten werden kann, reisten die Laufer mit vier Spielern – Julian Tasch, Fabian Heid, Tobias Basermann und Jannik Heinl – an. So wollte man vor Ort taktisch flexibel entscheiden und gleichzeitig als Team im dritten Anlauf den Titel holen.
Im ersten von drei Spielen ging es gegen den TTC Hof, den auf dem Papier stärksten Gegner. Da deren nomineller Dreier fehlte, war klar, dass die Chancen gut standen. Ziel war es, gegen den nominellen Vierer Jirinec drei Punkte zu holen und somit im 3-gegen-3 zu spielen, sodass Julian Tasch und Fabian Heid gegen ihn antreten konnten. Als dritter Spieler fiel die Wahl auf Tobias Basermann, der in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gegen Hof gesammelt hatte. Der Plan war klar: In den ersten beiden Spielen – dem Doppel Tasch/Heid gegen Eichmeier/Rill sowie Basermann gegen den Dreier von Hof – wollte man mit zwei Siegen starten. Doch es kam anders als geplant: Beide Spiele gingen jeweils nach vier Sätzen mit 1:3 verloren.
Damit war der Druck in den folgenden Begegnungen deutlich höher. In den nächsten beiden Spielen konnte nur eines gewonnen werden. Anschließend glich der Laufer SV aus, da Tobias Basermann zusätzlich zum Sieg von Fabian überraschend den Zweier Rill in vier Sätzen besiegte und damit zum 3:3 ausglich. In der Folge ging nur eines von zwei Fünfsatzspielen an Lauf, sodass die letzten Begegnungen Eins gegen Drei und Drei gegen Eins klar an den jeweiligen Favoriten gingen. Am Ende stand ein 5:5-Unentschieden, ein gerechtes Ergebnis, da auch die Sätze mit 20:19 und die Bälle mit 368:340 nur äußerst knapp zugunsten der Laufer ausfielen.
Im zweiten Spiel gegen den Gastgeber TV Coburg-Ketschendorf trat Lauf erneut mit drei Spielern an. Basermann wurde durch Heinl ersetzt, mit dem Ziel, diesmal mit 2:0 aus den ersten Spielen zu gehen und den Vorsprung früh zu verteidigen. Dies gelang jedoch nicht: Jannik Heinl unterlag der Coburger Nummer drei Sulek nach einem umkämpften Spiel im fünften Satz, sodass lediglich das Doppel an Lauf ging. Julian Tasch siegte anschließend gegen die Nummer zwei Kalb, während Fabian Heid gegen die Nummer eins Hampp unglücklich die Sensation verpasste. Drei Sätze gingen in die Verlängerung, ehe das Spiel im fünften Satz zugunsten der Coburger entschieden wurde.
Trotz sehr guter Leistung konnte Jannik Heinl auch seine beiden folgenden Spiele nicht für sich entscheiden, sodass für einen Gesamtsieg nun alle verbleibenden Partien gewonnen werden mussten. Fabian Heid erzwang dies mit großem Willen und ausgeprägter Comeback-Mentalität. Julian Tasch jedoch reichte es trotz großartigem Tischtennis nur zu einem Sieg, sodass erneut ein Unentschieden zu Buche stand – diesmal mit 22:18 Sätzen und 410:389 Bällen zugunsten des Laufer SV.
Vor dem letzten Spiel gegen den Turniernachrücker TTC Rödental begannen die Hochrechnungen. Es war klar: Aus eigener Kraft konnte Lauf das Turnier nicht mehr gewinnen. Man musste auf ein Unentschieden zwischen Hof und Coburg hoffen und selbst mit 9:1 siegen, um eine Auszählung der Sätze oder gar der Bälle zu vermeiden.
An diese kleine Chance glaubte das Team und wollte geschlossen mit vier Spielern antreten. Doch Jannik Heinl fiel mit starken Kopfschmerzen aus, sodass Tasch, Heid und Basermann die Aufgabe übernehmen mussten. Die Devise lautete, mit zwei Siegen – dem Doppel Tasch/Heid gegen Chung/Graß sowie Basermann gegen Kaidel – in Führung zu gehen. Tobias Basermann gelang dies mit einem klaren 3:0-Sieg. Im Doppel sah es zunächst nicht gut aus, doch nach einem 1:2-Satzrückstand kämpften sich die Laufer zurück und entschieden den fünften Satz mit 13:11 für sich.
In den folgenden Spielen lief es weiterhin hervorragend nach Plan, sodass beim Zwischenstand von 5:0 der Glaube an einen hohen Sieg immer mehr wuchs. Der Blick ging nun auch regelmäßig an die anderen Tische, wo Hof gegen Coburg spielte. Dort stand es 3:3, bei noch vier ausstehenden Spielen. Da die letzten Begegnungen Nummer eins gegen Nummer drei und umgekehrt als relativ klar galten, waren die nun anstehenden Begegnungen die entscheidenden. Da Lauf diese jedoch nicht beeinflussen konnte, konzentrierten sie sich auf ihre eigenen Aufgaben und bauten die Führung auf 8:0 aus.
Kurz vor den letzten beiden Spielen kam der Zwischenstand der Parallelbegegnung: 4:4. Damit war klar, dass Lauf mit einem weiteren Sieg den Turniersieg perfekt machen konnte, sofern es zu keiner Überraschung im Parallelspiel kam. Mit diesem Wissen traten Julian Tasch gegen Kaidel und Tobias Basermann gegen Chung an. Tasch setzte sich souverän mit 3:0 durch. Basermann führte bereits mit 2:1 Sätzen, sodass sogar ein makelloser Turnierabschluss möglich schien. Doch Chung kämpfte sich noch einmal zurück, drehte im vierten Satz ein 5:9 in ein 15:13 und gewann den Entscheidungssatz schließlich mit 8:11.
Dies blieb jedoch nur eine Randnotiz, da das Parallelspiel bereits zuvor mit 5:5 geendet hatte. Trotz der Niederlage im letzten Einzel überwog die Freude über den entscheidenden 9:1-Sieg, mit 29:10 Sätzen und 411:321 Bällen, der den langersehnten Turniersieg bedeutete.
Bei der Siegerehrung, die aufgrund der umkämpften Spiele und des engen Gesamtergebnisses rund zwei Stunden später als geplant stattfand, konnten die Laufer Spieler gemeinsam mit ihrem Coach Stephan Breier ihr Glück kaum fassen. Mit dieser Leistung treten sie nun am 21. März 2026 in Putzbrunn bei den Bayerischen Mannschaftsmeisterschaftenan, gehören damit zu den besten vier Mannschaften Bayerns und können sich dort für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren.